Das Leben des 1917 in Manchester geborene John Anthony Burgess Wilson als aufregend zu bezeichnen, wäre stark untertrieben. Noch bevor er drei Jahre alt wurde, starben seine Mutter und seiner Schwester an der spanischen Grippe. Er wuchs bei seinem Vater auf, fühlte sich aber nie akzeptiert und fing schon früh an Bücher zu lesen. Als er auf die Grundschule kam, konnte er es nicht begreifen, dass die anderen Kinder noch nicht lesen konnten. Auch hier fühlte er sich als Außenseiter, genauso wie auf den weiterführenden Schulen. Er erzielte sehr gute Schulnoten, sodass er auf das Xaverian College gehen konnte. Obwohl er immer den Wunsch hegte Musiker zu werden, verbot ihm sein Vater das Studium. Dieser verstarb, aber als er 21 Jahre war und hinterließ ihm nichts.

Er wurde an keiner Universität zum Musikstudium aufgenommen, also studierte er an der Manchester University englische Literatur. 1942 heiratete er und diente im Zweiten Weltkrieg im Royal Army Medical Corps. Er zeichnete sich durch seine Sprachbegabung aus und konnte so in die Ausbildungsabteilung der Royal Navy wechseln. Er unterrichtete unter anderem in Gibraltar und in Spanien. Dort wurde er verhaftet, weil er Franco beleidigte. Seine Frau verlor unterdessen ihr Kind bei einem Überfall von desertierten US Soldaten in England.

Er verließ 1946 das Militär und unterrichtete acht Jahre lang in England. 1954 ging er dann als Lehrer nach Malaysia und unterrichtete an einem renommierten College in Kuala Kangsar. Aber auch hier bekam er Streit mit einem Vorgesetzten und musste zu einer anderen Schule wechseln. Er beherrschte zu dieser Zeit schon fließend die malaiische Sprache und schrieb an dem Roman „The Long Day Wanes”. Dieser Roman durfte in Malaysia nie veröffentlicht werden. Zwischen 1958 und 1961 unterrichtete er in Brunei und schrieb an dem Buch „Devil of a State“.

Im Alter von 42 Jahren brach er in Borneo zusammen und Ärzte diagnostizierten einen unheilbaren Gehirntumor. Laut den Medizinern sollte er nur noch zwölf Monate zu leben haben und er nahm sich vor seiner Frau genügend Bücher zu hinterlassen. In den folgenden Jahren schrieb er mehr als 50 Bücher.

In London wurde Burgess dann nochmals vor den Ärzten untersucht, die keinen Tumor verstellen konnten. Er verarbeitete die Erlebnisse in seinem Buch „The Doctor is sick“. In diesem Buch fängt er schon an den jugendlichen Slang zu benutzen, für den sein Buch „Clockwork Orange“ später berühmt wurde. Er bekam ein Kind von einer 15 Jahre jüngeren Italienerinnen, die er erst heiratete, als seiner Frau verstarb. Er starb als Multimillionär 1993 an Lungenkrebs in London.

Durch die Verfilmung von Stanlet Kubrik wurde sein Science-Fiction Werk „Clockwork Orange“ weltberühmt. Er verarbeitet darin die Erlebnisse im Militär und seine lebenslange Liebe zur Musik. Den Slang entwickelte er, als er seine Russisch-Kenntnisse auffrischen wollte, um eine Schiffsreise nach Leningrad zu machen. Clockwork Orange wurde zum Ausdruck einer ganzen Generation und prägte nicht nur einen Modestil, viele Slots wie „Clockwork orange Fruits“ und „Clockwork oranges“, sondern auch eine eigene Kunstsprache.

Der Roman machte ihn reich, aber er weigerte sich noch bis zu seinem Tode auf diesen einen Roman reduziert zu werden. Seine schriftlichen Werke haben eine außergewöhnliche Spannbreite, die nur wenige Schriftsteller vorweisen können.